Am 28. Mai veröffentlichte die Zeit ein Interview von Thomas Fischermann mit dem Innovationsforscher Amar Bhidé. Darin nennt Bhidé drei Gründe, warum die staatlichen Investitionen wider der aktuelle Wirtschaftskrise nicht nur nicht funktionieren, sondern sogar potentiell Schaden zufügen:
- Der staatliche Aktionismus führt zu einer schlechteren Verteilung der Innovationsaktivität.
- Zweitens wird künstlich eine Innovation zu etwas erzeugt, von dem geglaubt wird, dass ein Markt da ist.
- Drittens hat der Endverbraucher keinen Einfluss auf die Innovation.
Somit wäre es besser, die Leute shoppen zu schicken.
Diese Argumente treffen nicht nur auf die gegenwärtige Programme zur Überwindung der Wirtschaftskrise zu. Alle Arten von Subventionen sind Marktverzerrung. Somit müssen sie sehr sorgsam, sorgfältig und sparsam eingesetzt werden. Gerade die Industrievertreter müssen sich dessen Bewusstsein: Subventionen sind Drogen – sie machen abhängig.
Darum ist es notwendig, alle Subventionsausgaben öffentlich zugänglich zu machen. Nur so kann Klarheit geschaffen werden, welche Abhängigkeiten existieren. Nur so kann eine Bereinigung zum Wohle aller stattfinden.
Ludwig Erhard hat gegen Kartelle gekämpft – die Kartelle sind verschwunden. Doch an deren Stelle sind heute die Lobbyverbände getreten: Die, die nach staatlichen Förderungen gieren. Und sie bekommen die Förderungen auch. Seien sie systemisch wichtige Banken und Konzerne oder eine kläffende Meute von Wähler, die groß genug ist, um von den Politkern als systemisch wichtig wahrgenommen zu werden. Die Regierung befriedigt deren Gier und verzerrt die Realität.
Somit ist die Behauptung, die soziale Marktwirtschaft haette versagt, ist falsch: Die soziale Marktwirtschaft hat nicht versagt. Nein, sie konnte gar nicht mehr versagen. Die soziale Marktwirtschaft wurde ihrer Fähigkeiten beraubt.
Versagt haben die Regierungspolitiker der vergangen Jahre und Jahrzehnte: Sie haben die soziale Marktwirtschaft erstickt.